Der THW-Ortsverband Stuttgart hat beim Empfang des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl einen von zwei Gastrednern gestellt: Unsere Kameradin Stefanie Wehner hatte die Ehre, vor gut 400 ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz Engagierten von ihren Auslandseinsätzen zu berichten.

 

Begleitet von einer Powerpoint-Präsentation über das Erdbeben in Nepal erklärte Stefanie, wie THW-Auslandseinsätze ablaufen – um dann von ihren eigenen Einsätzen zu berichten. Grundvoraussetzung ist eine gültige Gesamtimpfung und die Aufnahme in der THW-Auslandsdatenbank.

Im Jahr 2015 war Stefanie für drei Monate als Logistikerin im Irak. Sie baute dort Lager für die vom Bürgerkrieg vertriebenen Syrer. Der Betrieb von Flüchtlingslagern gehört zu den Kernkompetenzen des THW im Auslandseinsatz. Noch weiter weg verschlug es Stefanie im Februar 2017 als IT-Supporterin nach Kolumbien. Dort hatten nach über 30-jährigem Kampf die Regierung und die linke F.A.R.C.-Guerilla einen Friedensvertrag geschlossen. Unter Aufsicht der Vereinten Nationen sollten die F.A.R.C.-Kämpfer nun an Stationen im ganzen Land ihre Waffen abgeben. Diese müssen registriert und der Zerstörung zugeführt werden. Für die dafür benötigte elektronische Infrastruktur forderten die Vereinten Nationen über das Auswärtige Amt das IT-Team des THW an. So war Stefanie für einen Monat als Teamleiterin im IT-Einsatz zur Befriedung des Landes.

Innenminister Thomas Strobl beglückwünschte sie nach ihrem Vortrag und dem langen Applaus der Zuhörer. Als kleines Dankeschön überreichte er ihr eine der raren Katastrophenschutzmützen des Landes. „Baden-Württemberg sagt heute von Herzen Danke“, so Strobl. „Es ist mir eine große Ehre und eine besondere Freude, mich heute mit diesem Empfang im Namen der Landesregierung bei den Hilfsorganisationen, der Feuerwehr, dem THW, der Notfallseelsorge und den Reservisten für ihr ehrenamtliches Engagement zu bedanken. Sie zeigen mit ihrem Engagement eine große Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung für unser Land zu übernehmen.“

„Das THW ist mit seinen technischen Fähigkeiten gerade auch für internationale Einsätze bestens aufgestellt und deshalb weltweit ein gefragter Partner“, betonte Strobl. „Es erfüllt uns natürlich mit einem besonderen Stolz, dass dabei regelmäßig auch Helferinnen und Helfer aus Baden-Württemberg in den internationalen Einsatz gehen.“

Der Empfang für die ehrenamtlichen Zivil- und Katastrophenschützer stand unter dem Motto „Helfen in nah und fern“. Als Beispiel präsentierte neben dem THW auch die Bergwacht Schwarzwald besondere Aspekte ihrer Arbeit.

Das hohe Niveau eines gut funktionierenden Notfallvorsorgesystems zu halten, ist und bleibt eine große Herausforderung. Das hat die Politik erkannt. „Unser Land braucht Menschen, die sich dem Ehrenamt verschreiben und sich motiviert engagieren. Mein Dank gilt den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die viele Stunden ihrer Freizeit für Ausbildung, Übungen und Einsätze investieren, um Menschen in schwierigen und lebensbedrohlichen Situationen zu helfen. Sie verdienen von uns allen Anerkennung und größten Respekt“, unterstrich Strobl.

Text & Fotos: Claws Tohsche

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