Der THW Ortsverband Stuttgart hat vom 10.-13. Mai 2018 im Odenwald (Walldürn/Hardheim) seine diesjährige Jahresübung mit seinen Fachgruppen und Bergungsgruppen durchgeführt. Insgesamt rund 80 Ehrenamtliche konnten in dieser Zeit diverse Einsatz-Abläufe üben, damit im Ernstfall alles reibungslos klappt.

Gleich an mehreren Orten im Odenwald rund um Walldürn/Hardheim, bis hin nach Heidelberg und Haßmersheim, hat der THW Ortsverband Stuttgart diverse Einsatzszenarien für den Ernstfall geprobt. Die rund 80 ehrenamtlichen THW Helfer und Junghelfer können am verlängerten Wochenende zwischen Christi-Himmelfahrt und Muttertag die in den Fach-/Gruppen erforderlichen Kenntnisse zu äusserst realen Bedingungen trainieren. Auch die Junghelfer haben spannende Aktivitäten und Übungen durchgeführt.

Das Truppenübungsgeländer der Bundeswehr in Walldürn ist die Zentrale der mehrtägigen Übung. Die Fachgruppe Führung und Kommunikation errichtet direkt am Anreisetag die Führungsstelle. Die Fachgruppe Räumen wird direkt mit der Aufgabe konfrontiert, die kommenden Tage einen großen Erdwall abzutragen mit dem Teleskoplader und später durch Unterstützung des OV Wiesloch-Walldorf und OV Neunkirchen.

Die beiden Bergungsgruppen erhalten während der drei Tage gleich zwei Übungsszenarien: Zunächst ein Notruf des „Fischereiverbandes“ (Anm.: alle hier genannten Szenarien sind rein fiktiv und wurden für die Übungen entsprechend konstruiert). Ein Fischteich droht aufgrund der extremen Hitze der letzten Wochen zu kippen und muss leer gepumpt und die vorhanden Fische umgesiedelt werden. Auf Anweisung des „Fachberaters des Fischereiverbandes“ muss nach dem Leeren des Teiches die Gewässerqualität überprüft werden. Dazu sind entsprechende Wasserproben zu entnehmen. Die beiden eingesetzten Pumpen (Gesamtpumpleistung von 1.200 L/min) werden per Seilbahn und Mehrzweckzug/Greifzug mittig des Sees eingesetzt.

Das zweite Szenario findet sich in einem nahegelegenen Waldstück. Eine Hütte ist nach vorangegangener Explosion eingestürzt: es gibt verletzte Personen sowohl in, als auch um die Einsturzstelle herum. Zudem gibt es Hinweise auf Gefahrstoffe am Unfallort. Ein Anhänger mit entsprechender Gefahrgutkennzeichnung sowie verletzte Personen mit Verätzungen wurden gemeldet. Ein Schwelbrand in der Hütte sorgt für zusätzliche Spannung im Übungsszenario. Die Situation vor Ort erfordert die Nachforderung einer weiteren Bergungsgruppe aus dem zweiten technischen Zug mit schwerem Atemschutz. Es werden insgesamt 9 Verletzte dem Rettungsdienst übergeben.

Die zweite Bergungsgruppe hat den Auftrag erhalten, ein morsches Geländer zu ersetzen. Es wurde infolge eines vorangegangenen Erdrutsches beschädigt. Dabei stehen lediglich die Werkzeuge des Gerätekraftwagen (GKW) und das Material, das vor Ort vorgefunden wurde, zur Verfügung. Vorwiegend wird für das neue Geländer Liegendholz verwendet, allerdings müssen auch zwei Bäume gefällt werden. Das Holz wird zugesägt, längs geteilt und mittels Nagelverbindungen zu einem funktionstüchtigen Geländer zusammengebaut.

Die Fachgruppe Wassergefahren ist auf dem Neckar zwischen Haßmersheim und Bad Wimpfen aktiv. Dabei werden verschiedene Fahr- und Anlegemanöver durchgeführt. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem Ein- und Ausbooten vor Ort mit dem Kran des Ortsverband Haßmersheim. Das Mehrzweck-Arbeitsboot (MzAB) wiegt 2t. Beim Ausbooten war dennoch die Hilfe des OV Pfledelbach gefordert, der über einen größeren Kran verfügt, da an der Einbootstelle ein Binnenschiff parkt.

Die mit Abstand am weitesten weg gelegene Übungseinsatzstelle hatten die beiden Fachgruppen Elektroversorgung und Infrastruktur (FGr E und I). Die Ehrenamtlichen starten früh am Morgen in Richtung Heidelberg zur US Army Air Base. Auf Einladung des OV Adelsheim durften unsere Fachgruppen dort bei der Überprüfung der Gegebenheiten und das Einspeisen von Strom in zwei Hangars für ein anstehendes Großereignis unterstützen. Daneben wurden Stromverteilungen durchgemessen und die Räumlichkeiten auf Unregelmäßigkeiten überprüft.

Die drei Tage sind ein voller Erfolg und neben den hier genannten Übungsszenarien sind noch weitere kleinere und größere Aktivitäten in dieser Zeit für die Helfer zu bewältigen.

 

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