Verpuffung in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb mit anschließendem Brand und Beschädigung der Gebäudestruktur - dies war das Übungsszenario, zu welchem sich am letzten Samstag um 08:00 Uhr zwei Bergungsgruppen der THW Ortsverbände Bietigheim-Bissingen und Stuttgart in Oberstenfeld eingefunden hatten.

 

Hierzu wurden Helfer beider Bergungsgruppen durch die Übungsleitung gemischt, so dass jede Gruppe aus Helferinnen und Helfern aus beiden Ortsverbänden bestand.Dadurch sollten (Führungs-)Erfahrungen ausgetauscht, teilweise anderes Gerät bedient, die Realität eines lange andauernden Einsatzes mit Personalwechsel dargestellt und die Wichtigkeit von THW-weit geltenden Standards aufgezeigt werden.

Nachdem sich die Bergungsgruppen beim ebenfalls aus einem gemischten Team bestehenden Zugtrupp angemeldet und von dort aus die jeweiligen Einsatzstellen mit den zuständigen Baufachberatern zugewiesen bekommen hatten, begann die Phase der Erkundung. Hierbei hielten via Funk die erkundenden Kräfte den Zugtrupp, der die Gesamtlage führte, durch regelmäßige Lagemeldungen auf dem Laufenden. Am Ende der Erkundung wurde das Lagebild durch die Lageskizzen der beiden Bergungsgruppen vervollständigt.

An einer Einsatzstelle bestand der Auftrag darin, zur Entlastung der Gebäudestruktur vier an einer Hallendecke befindlichen Doppel-T-Träger und die darin laufenden Kräne abzubauen. Währenddessen an der anderen Einsatzstelle eine einsturzgefährdete Abluftanlage im Außenbereich zu entfernen war. Beide Aufträge stellten sich als unerwartet komplex heraus, so dass bereits nach kurzer Zeit große Teile der Ausrüstung der Gerätekraftwagen im Einsatz waren: Trennschleifer, Kettensäge, Greifzüge, Ketten und Schäkel, Arbeitsleinen, Leitern und thermisches Trenngerät befanden sich im Dauereinsatz. Da nur an einer Einsatzstelle Geräte mit Verbrennungsmotor einsetzbar waren, mussten bereits früh die Gerätschaften der Bergungsgruppen untereinander ausgetauscht werden.

Die Mittagspause erfolgte im Wechsel, so dass ein Teil der Helferinnen und Helfer ständig am Arbeiten war und keine Zeit verschwendet wurde. Nach der Mittagspause wurden die beiden Einsatzstellen an die jeweils andere Bergungsgruppe übergeben.

Am Ende des Tages waren sämtliche Helferinnen und Helfer froh, dass es sich bei dieser Schadenslage lediglich um eine Übung mit einem zeitlich definierten Ende handelte. Angesichts der teilweise psychisch wie physisch sehr herausfordernden Umgebung waren alle Beteiligten froh, als es zurück auf die Fahrzeuge in Richtung Heimatstandort ging.

Die Übung war für alle Beteiligten eine nützliche Erfahrung, so konnten sich die Bergungsgruppen im Teamwork mit neuen Kameradinnen und Kameraden, teils unbekanntem Material und vor allem in einer völlig unbekannten Umgebung beüben. Auch die Angehörigen des Zugtrupps ergänzten sich auf Anhieb problemlos und konnten Einblicke in die jeweils andere Arbeitsweise erlangen.

Angesichts der anspruchsvollen Aufgaben und der durch die Örtlichkeit bedingten Herausforderungen wurde allen Teilnehmern die Bedeutung und Wichtigkeit von Kameradschaft, Teamgeist und gegenseitiger Motivation aufgezeigt.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und vor allem auch bei der Übungsleitung, ohne die diese Übung nicht stattgefunden hätte!
Ein besonderer Dank gilt der Firma WKE Kunststofferzeugnisse e.K., die freundlicherweise die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

 

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